Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse

Am Mittwoch dem 16. März fuhr ich gleich im Anschluss an meine Arbeit mit dem Bus nach Leipzig. Ich wollte das erste Mal die Leipziger Buchmesse besuchen und war entsprechend aufgeregt. Alles klappte super und gegen 21:00 Uhr war ich schon in Leipzig in meinem Quartier.

Bereits im Vorfeld las ich den dicken Veranstaltungskatalog und markierte mir interessante Vorträge und Lesungstermine.

Auf dem Weg zu den Messehallen stiegen viel junge Leute in die Straßenbahn. Sie hatten sich aufwendig und originell als die verschiedenen Comicfiguren kostümiert, denn in den Messehallen fand auch ein Mangatreffen statt.

Als ich die erste Halle betrat, erschlug mich fast die große Vielfalt des Angebotes. Ich fühlte mich überfordert und wusste nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Nach kurzer Zeit hatte ich mich jedoch an diesen Trubel gewöhnt.

Ich hatte die Hoffnung auf der Messe einen Verlag für mein neues! 🙂 Australienbuch zu finden. Leider kam es am Donnerstag weder zu einem Gespräch mit einem Lektor noch mit einem Verleger. Ich wurde bereits im Vorfeld mit irgendwelchen Zetteln „abgespeist“, die die Kontaktdaten der einzelnen Verlage enthielten. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Auch die Vorträge, die ich mir für Donnerstag ausgesucht hatte, erfüllten nicht meine Erwartungen. Erschöpft und leicht frustriert kehrte ich in meine Unterkunft zurück.

Am Abend wollte ich eine heitere Buchlesung mit Bastian Pastewka besuchen. Ich dachte mir, dort wird es bestimmt voll und machte mich entsprechend zeitig auf den Weg. Die Straßenbahn, mit der ich zu dem Veranstaltungsort fahren wollte, war jedoch in einen Unfall verwickelt. In der nächsten halben Stunde würde hier bestimmt kein Verkehrsmittel fahren. Missmutig lief ich an fünf Haltestellen vorbei durch die sächsische Metropole. Als ich um die letzte Ecke bog, sah ich, dass sich schon eine große Menschenmenge versammelt hatte. Es war klar, ich würde keinen Platz mehr im Vorlesesaal bekommen. Die Veranstalter hatten mit sehr zahlreichen Besuchern gerechnet und die Lesung mit Hilfe von Lautsprechern ins Foyer und nach draußen übertragen. Bei diesem „Hörspiel“ amüsierte ich mich köstlich.

Der Freitag startete gleich mit einem sehr interessanten Vortrag. Dann kam es für mich zu einem sehr guten Gespräch mit dem Reisebuchverlag, den ich für mein neues Buch schon im Vorfeld favorisierte. Der Verleger schien sich wirklich für mich und mein Projekt zu interessieren. Gut gelaunt begab ich mich zu dem nächsten Termin. Um 12:00 Uhr hatte ich ein Treffen mit einem Mitarbeiter des Brunnenverlages. Dort erscheint ja im August meine Autobiografie: „Mein ungebügeltes Leben“. Ich wurde zum Essen eingeladen und wir sprachen über ein neues Buchprojekt, welches ich demnächst starten möchte. Der Inhalt zu diesem Projekt ist jedoch noch geheim.;-) Wir stellten überrascht fest, dass wir gemeinsame Bekannte in der Kirchgemeinde in Oranienburg hatten. Manchmal ist die Welt wirklich klein!

Der Nachmittag verging mit interessanten Vorträgen und einer weiteren Buchlesung zu dem Thema: „Humor in der Kirche“. Auch an dieser Lesung hatte ich viel Freude.

Am Samstag postete ich einen kleinen Gruß bei Facebook. Daraufhin schrieb mir Stephan aus meiner Gemeinde, dass er mit dem Verleger eines Reiseverlages sehr gut befreundet ist. Wie sich herausstellte, war es der gleiche Verleger, mit dem ich am Tag zuvor schon so ein freundliches Gespräch hatte. Strahlend lief ich gleich noch einmal zu dem besagten Messestand. Dort wurde ich bereits erwartet. Der Verleger war selbst schon zwei Mal nach Australien gereist. Und so wurden gleich in entspannter Atmosphäre heitere Reiseerlebnisse aus getauscht.

Samstagabend gab es in einem Lokal eine offene Lesebühne. Ihr werdet es nicht glauben, aber ich traute mich und meldete mich zum Lesen einer Kurzgeschichte an. Es war die Kurzgeschichte: „Mein ungebügltes Leben“, aus der meine Autobiografie entstand. Als ich mich anmeldete, wusste ich jedoch nicht, dass ich vor internationalem Publikum lesen würde. Nachdem ich meinen Betrag las, traten Mitstreiter aus Österreich, der Schweiz und aus Estland auf die Bühne. An diesem Abend wurde ein bunter Blumenstrauß aus schönen Geschichten der verschiedenen Genres gebunden. Es war ein sehr kurzweiliger und gelungener Abend. An dieser Stelle möchte ich dem Organisator des BvjA (Bundes Verband junger Autoren) Tobias Kiwitt herzlich danken. Siehe auch unterer Artikel

Am Sonntag hatte ich noch ein sehr berührendes Erlebnis. Eine fremde Frau erkannte mich (unter ca. 200.000 Messebesuchern – die Zahl stammt von einem Ticketkontrolleur. Die Tickets der Messebesucher wurden elektronisch gezählt. Sie hatte mich am Vorabend bei der Lesung gesehen. „Sie haben gestern so schön gelesen und ihre Geschichte hat mich sehr berührt.“ Mein Herz hüpfte!

Andy, der beste Ehemann von allen, holte mich am Sonntagnachmittag in Leipzig ab. Während der Rückfahrt rief ein weiterer Verleger an. Offensichtlich hatte er nicht nur von Tobias Kiwitt meine Kontaktdaten erhalten, er hatte auch mein Exposé von meinem neuen Australiebuch gelesen. Er wollte sich noch mit mir treffen. Dies war leider nicht mehr möglich. Doch wenigstens war ein weiterer persönlicher Kontakt zu einem weiteren Verlag hergestellt. Ein aufregendes Wochenende fand so sein Ende.

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Offene Bühne in Leipzig

Das war die 3. Leipziger Offene Bühne

Eibe Meiners gewann in der Nacht zu Sonntag den „3. Leipziger Offene Bühne-Preis 2016“ des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA). Im vollen Saal von Horns Erben, bei dem selbst Stehplätze zur Mangelware wurden, lasen insgesamt 15 Autorinnen und Autoren und überzeugten das Publikum mit junger Literatur.

Der Abend ging viel zu schnell vorüber.

Es lasen Autorinnen und Autoren aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich und der Schweiz. Es märchenhafte Lesung, bei der später das Märchen „Die Prinzessin von Bagdad“ des Bremerhavener Autors Eibe Meiners per Publikumsvoting den 1. Preis gewann.

Dabei gab es ein ziemliches Kopf-an-Kopf-Rennen beim Publikumsvoting zwischen einigen Autorinnen und Autoren, so dass es später 14 zweite Preise gab.

Es lasen:
Eibe Meiners, aus: „Die Prinzessin aus Bagdad“
Hanna-Laura Noack, aus: „Die Frau mit der Artischocke“ (noch unveröffentlicht)
Olja Avir, aus: „Kein Meer“ (erschienen im Zaglossus Verlag)
Conny Schramm, aus: „Mein ungebügeltes Leben“
Max Beckmann, aus: „Blutgericht in Anger-Crottendorf“
Simon Schneider, aus: „Feuerbrunst“
Christine Klinger, aus: „Der Kuss“
Carl Willckens, aus: „A Circle Closes“
Joachim Seibt, aus „Akademische Viertelstunde“
Svea Lehmann, diverse Lyrik
Juliane Jacobsen, aus: „Maxi und Moritz – Hasenzeit“
Suse Schröder, aus: „Brüderlich geteilt, schwesterlich beschissen“
Miku Sophie Kühmel, aus: „Traum?“ und „Mein Name sei Niemand“
Rike Ringeis; aus: „Jungs“ (Kurzgeschichte)
Die Gruppe Kollektiv Roman, aus: „Wollen schon“
und Lisi Mägi las aus dem bilingualen Kinderbuchprojekt „Schlaf gut, kleiner Wolf“